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Filmübersicht

Requiem

Es ist einer der besten deutschen Filme der letzten Jahre.
Der Regisseur Hans-Christian Schmid setzt sich mit einer Glaubensfrage auseinander. Diesmal mit dem Exorzismus der katholischen Kirche. Die Vorlage bietet ein Skandal aus dem Jahre 1976, der sich
im unterfränkischen Klingenberg ereignet hat.
Anneliese Michel ist 23 und lebt in einem streng katholischen Elternhaus. Die Mutter, eine eiskalte Frau, der Vater liebevoll aber schwach. Die junge Frau leidet unter epileptischen Anfällen, aber vor allem wohl an der Bigotterie und Enge in ihrem Elternhaus. Sie ist überglücklich, eine Zusage der Uni Tübingen zum Studium der Sozialpädagogik bekommen zu haben. Als sie von dort zum erstenmal wieder an Weihnachten ins Elternhaus zurückkehrt, zeitgemäß gekleidet mit hohen Stiefeln und kurzem Rock, wirft ihre Mutter diese Kleider sofort in den Müll. Michaela ist wieder gefangen. Sie glaubt auch Stimmen zu hören und Dämonen zu sehen. Für die Familie und die zu Hilfe gerufenen Priester ist klar: Die junge Frau ist vom Teufel besessen. Was wie Mittelalter klingt: sie beantragen einen Exorzismus, eine Teufelsaustreibung. Der wird vom zuständigen Bischof genehmigt. (Wegen der Skandals in Klingenberg, trat dieser Bischof 1979 zurück.) Was sich im Elternhaus dann abspielt, das sich zwei Geistlichen unterworfen hat, (sie sind zusammen mit den Eltern später mit Bewährungsstrafen belegt worden) ist eine Horrorgeschichte. Nicht mit blutigen Bildern, sondern mit den Qualen des Psychohorrors. Die angst-und krankmachende Seite der Religion.
Für die Darstellung der zermarterten jungen Frau ging der Silberne Bär der diesjährigen Berlinale für die beste Darstellerin an Sandra Hüller. Eine unglaubliche Leistung, es war ihr erster Film.

Bild::Requiem

besonders wertvoll, 93min, ab 12

Filmdetails

Land:
Deutschland
Jahr:
2005

Spielzeiten

15.05.2006
20:00 Uhr
14.05.2006
20:00 Uhr
13.05.2006
20:00 Uhr
12.05.2006
20:00 Uhr
11.05.2006
20:00 Uhr